Die international weitestgehend üblichen Dokumentationsanforderungen, konzerninterne Geschäftsbeziehungen ins Ausland betreffend, bestehen seit 2003 auch in Deutschland. Danach sind Geschäftsbeziehungen mit Auslandsbezug zu nahestehenden Personen hinsichtlich Art und Inhalt ausnahmslos zu dokumentieren, bei außergewöhnlichen Geschäftsvorfällen zeitnah.

Eine Vorlage von Aufzeichnungen an die Finanzbehörde soll in der Regel nur im Rahmen der Durchführung einer Außenprüfung erfolgen. Von einer Nachdokumentation zur Erfüllung einer derartigen Anforderung, die mit Fristen von 60 Tagen bzw. 30 Tagen bei außergewöhnlichen Geschäftsvorfällen behaftet ist, ist dringend abzuraten. Um für die Fragen und Anforderungen der steuerlichen Betriebsprüfung gewappnet zu sein, entwickeln wir deshalb rechtzeitig in Zusammenarbeit mit unseren Mandanten eine komplette Verrechnungspreisdokumentation über sämtliche konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. Dabei versuchen wir, der Aufzeichnung sämtlicher Einzelgeschäftsvorfälle durch Standardisierung und verbindliche Festlegungen von Verrechnungspreisen aller im Konzern vorhandenen Geschäftsvorfälle in Form einer sogenannten Konzernverrechnungspreisrichtlinie zu entgehen. Nur sofern Geschäftsvorfälle abweichend von dieser allgemein gültigen Konzernrichtlinie abgewickelt werden, ergibt sich noch eine geschäftsvorfallbezogene Einzelaufzeichnungspflicht.

Die so entwickelten Konzernverrechnungspreisrichtlinien berücksichtigen sämtliche Anforderungen von Gesetz und der ergänzend dazu ergangenen Gewinnaufzeichnungsverordnung. Im Einzelnen enthalten sie in der Regel:

  • die Beteiligungsverhältnisse zu nahestehenden Personen
  • die organisatorische und operative Konzernstruktur einschließlich Betriebsstätten und Beteiligungen an Personen- und Kapitalgesellschaften
  • Art und Umfang der Geschäftsbeziehungen einschließlich der diesen zu Grunde liegenden Verträge
  • eine Liste der wesentlichen dabei genutzten oder nutzungsüberlassenen immateriellen Wirtschaftsgüter
  • die von den Beteiligten ausgeübten Funktionen und übernommenen Risiken
  • die gewählten Geschäftsstrategien und die herrschenden Markt- und Wettbewerbsverhältnisse
  • die Wertschöpfungskette und den Wertschöpfungsbeitrag der beteiligten Unternehmen
  • innerbetriebliche Daten zur Plausibilitätskontrolle (wie z.B. Prognoserechnungen, Absatz-, Gewinn- und Kostenplanungen)
  • die gewählte Verrechnungspreismethode nebst Begründung ihrer Eignung sowie
  • eine Aufarbeitung der zum Vergleich herangezogenen Preise und Finanzdaten unabhängiger Unternehmen.

Die Nichterfüllung der Dokumentationspflichten kann durch die Finanzverwaltung drastisch sanktioniert werden. Bei Nichtvorlage von Aufzeichnungen ist sie ermächtigt, im Rahmen einer möglichen Schätzung die vorliegende Bandbreite eines angemessenen Verrechnungspreises zu Lasten des Steuerpflichtigen auszuschöpfen. Des Weiteren kann bei Nichtvorlage oder Unverwertbarkeit ein Gewinnzuschlag von € 5.000,00 erhoben werden, der auf einen Betrag zwischen mindestens 5 und maximal 10 % des Einkünftekorrekturbetrags ansteigen kann. Bei verspäteter Vorlage kann der Gewinnzuschlag bis zu € 1.000.000,00, mindestens aber € 100,00 für jeden vollen Tag der Fristüberschreitung betragen.

Gleichzeitig gewährleisten wir durch Abstimmung mit unseren ausländischen Kreston-Partnern, einem weltweiten Netzwerk mittelständischer Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, dass die landesspezifischen Besonderheiten des ausländischen Konzernunternehmens ebenfalls beachtet werden.