Die Vermögensübertragung auf Nachfolgegenerationen im Allgemeinen und die Unternehmensnachfolge im Besonderen berühren sehr unterschiedliche Rechtsgebiete, das macht die Handhabung im Detail so kompliziert. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang insbesondere das Einkommensteuer-, das Erbschaftsteuer- und das Schenkungsteuerrecht sowie das Gesellschafts-, Familien- und Erbrecht. Gerade die grundlegende Reform des Erbschaftsteuerrechts mit Wirkung zum 1. Januar 2009 hat zu tiefgreifenden Änderungen geführt.

Diese Änderungen betreffen insbesondere Betriebs- und Grundvermögen, deren Bewertung sich nunmehr deutlich den Verkehrswerten angenähert hat. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber umfangreiche Steuerbefreiungen vorgesehen. Hinsichtlich der Steuertarife erfolgte mit Wirkung zum 1. Januar 2010 eine weitere Reform des Erbschaftsteuerrechts. Zum gleichen Zeitpunkt trat auch die Reform des Erbrechts in Kraft.

Ausgangspunkt der Planung einer Vermögens- oder Unternehmensnachfolge ist der Wille des Übertragenden, wer welche Vermögenswerte erhalten soll. Davon ausgehend sind verschiedenste Aspekte zu berücksichtigen:

  • Es sollte geprüft werden, ob mit allen Beteiligten bereits Erb- und Pflichtteilsverzichte oder Erbverträge geschlossen wurden oder ob der Abschluss solcher Verträge bzw. ein entsprechender Verzicht noch sinnvoll ist.
  • Hinsichtlich des zu übertragenden Vermögens ist weitestgehend sicherzustellen, dass eventuell vorhandene stille Reserven einkommensteuerrechtlich nicht aufgedeckt werden.
  • Die geplante Vermögensübertragung muss im Einklang mit eventuellen gesellschaftsvertraglichen Verpflichtungen des Übertragenden stehen.
  • Der gesamte Vorgang sollte unter erbschaft- und schenkungsteuerlichen Gesichtspunkten optimiert werden. Bei Betriebsvermögen ist das Zusammenspiel von Einkommen- und Erbschaftsteuer mitunter sehr komplex, wenn der Übertragende noch Zuflüsse aus dem zu übertragenden Vermögen zurückbehalten möchte.
  • Bezüglich des verbleibenden Vermögens des Übertragenden sollte frühzeitig geplant werden, auf wen es übertragen wird, um gegebenenfalls Freibeträge mehrfach nutzen zu können.