Die äußerst umstrittene Abkehr von der bisher üblichen einzelwirtschaftsgutbezogenen Festlegung von Verrechnungspreisen durch den Ansatz eines sogenannten Transferpakets als betriebswirtschaftlich ermittelter Gesamtpreis für eine ins Ausland verlagerte Funktion wird konkretisiert durch die Funktionsverlagerungsverordnung sowie die in einem umfangreichen Schreiben des Bundesministerium für Finanzen dargelegten Verwaltungsgrundsätze.

Eine Funktionsverlagerung liegt grundsätzlich dann vor, wenn ein verlagerndes Unternehmen einem nahestehenden übernehmenden Unternehmen Wirtschaftsgüter und sonstige Vorteile sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken überträgt oder zur Nutzung überlässt. Im Ergebnis muss das übernehmende Unternehmen eine Funktion ausüben können, die bisher vom verlagernden Unternehmen bereits ausgeübt wurde, wobei beim verlagernden Unternehmen eine Einstellung der Funktionsausübung eintreten muss. Eine reine Funktions-verdoppelung wird nicht als Funktionsverlagerung angesehen.

Mittlerweile sind die gesetzlichen Neuregelungen in der Betriebsprüfungspraxis angekommen. Bei Unternehmen mit Mutter-/Tochtergesellschaften im Ausland stehen mögliche Funktions-verlagerungen im Fokus und unter der besonderen Überprüfung der Finanzverwaltung. Vor Verschiebung verschiedenster betrieblicher Funktionen oder Teilfunktionen auf ausländische Unternehmen gilt es, dies in Abstimmung mit uns einer umfassenden Überprüfung im Lichte der geltenden gesetzlichen Regelungen und dazu vorliegenden Verwaltungsanweisungen zu unterziehen, um im nachhinein nicht unliebsame Überraschungen zu erleben. Des Weiteren analysieren wir für Sie auch die Folgewirkungen im ausländischen Staat des übernehmenden Unternehmens. Hier gilt es, gegebenenfalls auf Landesebene vorliegende Restriktionen bei der Geltendmachung der Zahlungen an dem Ort der Funktionsverlagerung als steuerliche Betriebsausgabe zu beachten.