Nach einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn sind etwa 95 Prozent der in Deutschland ansässigen Firmen Familienunternehmen. Sie erzielen rund 42 Prozent aller Umsätze und stellen mehr als die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland.

Charakteristisch für Familienunternehmen ist die Einheit von Eigentum und Leitung des Familienunternehmens. Die Besonderheit von Familienunternehmen, dass die Geschäftsführer Mehrheits- oder sogar Alleingesellschafter sind, führt einerseits zu einer stabilen Unternehmensführung und einer tendenziell langfristigen Unternehmensplanung. Andererseits werden in manchen Fällen aber auch Chancen verpasst, dem Unternehmen insgesamt moderne Führungsstrukturen zu geben.

Spätestens wenn auf Grund von Erbgängen oder vorweggenommenen Erbfolgen der Gesellschafterkreis deutlich gewachsen ist, sollte dringend über eine betriebswirtschaftliche und gesellschaftsrechtliche Neustrukturierung des Unternehmens nachgedacht werden. Leitfaden dafür kann der Governance Kodex für Familienunternehmen sein, der im Jahr 2004 verabschiedet und im Jahr 2010 neu aufgelegt worden ist. An diesem Kodex haben nicht nur renommierte Wissenschaftler, sondern auch Vertreter großer Familienunternehmen mitgewirkt.

Wichtigstes Ziel muss stets sein, die Bedürfnisse der Familie und des Unternehmens in Einklang zu bringen, das Unternehmen langfristig profitabel zu halten und es als sichere Einnahmequelle für die ganze Familie zu erhalten.