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10. Oktober 2023 – Tax
Erbschaft- und schenkungsteuerliche Bewertung eines Kommanditanteils

Das Finanzgericht München nahm Stellung zur erbschaft- und schenkungsteuerlichen Bewertung eines Kommanditanteils mit einem aufgrund eines negativen Kapitalkontos negativen Wert des Gesamthandsvermögens (Az. 4 K 1420/20).

Bei der Aufteilung des nach § 109 Abs. 2 BewG ermittelten gemeinen Werts des einer Kommanditgesellschaft gehörenden Betriebsvermögens (Gesamthandsvermögen) gemäß § 97 Abs. 1a Nr. 1 Buchst. a BewG könne dem Kommanditisten ein negativer Wert des Gesamthandsvermögens der Gesellschaft dann nicht zugerechnet werden, wenn er seine Kommanditeinlage vollständig erbracht habe und soweit er nicht nachschusspflichtig sei. Diese einschränkende Auslegung des § 97 Abs. 1a Nr. 1 BewG sei zur Vermeidung von missbräuchlichen Steuergestaltungen erforderlich.

Die Finanzbehörde habe hier zu Recht den negativen Substanzwert der übertragenen Beteiligung mit 0 Euro angesetzt und den Wert des Anteils am Betriebsvermögen auf 1.500.000 Euro festgestellt. Nach Auffassung des Gerichts sei der streitgegenständliche, vom Kläger auf den beigeladenen Kommanditisten Z schenkweise übertragene Kommanditanteil mit 1.500.000 Euro zu bewerten. Z habe seine Kommanditeinlage vollständig erbracht und sei auch nicht nachschusspflichtig. Daher sei der Wert des Anteils des Kommanditisten Z am Gesamthandsvermögen der X-KG mit 0 Euro anzusetzen.